Es liegt nicht an Dir!

Vor einer Weile hatte ich einen Yoga Kurs besucht, der für mich persönlich das komplette Gegenteil von angenehm und lehrreich war. Kurz gesagt, dieser Kurs war so richtig schlecht!

Zu beginn muss ich zugeben; ich bin ein kompletter Yoga-Anfänger, der besagte Kurs war mein zweiter Besuch in einem Yogastudio. 

Ich hatte mir von diesem Kurs etwas Input zum Thema Mobilisierung für Rücken & Schultern erhofft, schließlich wurde das besagte Thema in der Kursbeschreibung auch angeführt.

Der erste Punkt der mich fast in den Wahnsinn trieb, war die Tatsache das der Trainer unglaublich leise gesprochen und sein Yogavokabular für mich als ungeübten Yogi, viel zu schnell in seinen Bart geflüstert hatte. 

Ich konnte also weder die Namen der jeweiligen Bewegung verstehen, noch seiner Korrekturanweisungen folgen, sie waren für mich schlicht unverständlich. 

Ich muss an dieser Stelle noch erwähnen, ich stand in der zweiten Reihe direkt hinter dem Trainer und der Raum war mit ca. 20 Teilnehmern, platziert in 6 – 7 Reihen, sehr gut gefüllt. 

Ich musste also jede Bewegung direkt abschauen, dabei sind mir als geübter Akrobat natürlich zahlreiche Defizite in der eigenen Beweglichkeit des Trainers aufgefallen.. Dazu aber später mehr.

Nicht jeder Kurs-Teilnehmer, arbeitet wie ich.. täglich mit seinem Körper als Akrobat, ich konnte dadurch einiges durch mein Bewegungsgefühl kompensieren und mich in die richtige Position führen.

Meinem direkten Nachbar fehlte diese Wissen/Gefühl allerdings und er war aus meiner Sicht komplett überfordert, er konnte weder folgen noch hatte er irgend eine Bewegung in der richtigen Ausführung geschafft. 

Wie muss es ihm ergangen sein?

Mit welchem Körpergefühl ging er aus dem Kurs?

In einem kurzen Gespräch im Anschluss des Kurses, meinte er zu mir; das ihm wohl noch jede Menge Sportlichkeit und Beweglichkeit fehlen würde! 

Und genau an dieser Stelle muss ich ihm widersprechen.. NEIN er war weder unsportlich noch unbeweglich, der Trainer hatte die Übungen einfach nicht richtig angeleitet. 

Ich gehe jetzt mal davon aus, dass der besagte Teilnehmer nicht allein war mit seinen Gedanken/Empfinden, dass es schlussendlich an einem selber liegt. 

Ich persönlich finde das ist eine Katastrophe!! Teilnehmer durch eine schlechte Anleitung mit diesem Gefühl Nachhause gehen zu lassen. Davon mal abgesehen, kann es unter umständen auch Geschäftsschädigend für das Studio selber werden, Kurse mit solchen Trainern anzubieten. 

Aber damit nicht genug, nach einer Weile hatte der Trainer dann endlich Zeit um die einen oder anderen Korrekturen durchzuführen. Ich hörte noch seine noch Worte.. 

„versucht den Rücken in eine gerade Position zu bringen“ 

Zum Glück hatte der Kursraum einen großen Spiegel, sodass ich mich selber sehr gut sehen konnte und was musste ich erblicken? Mein Rücken war nicht gerade, nicht die Bohne.. er war eher krumm, es ging einfach nicht, meinen Rücken in eine gerade Position zubringen da mir die notwendige Beweglichkeit fehlte.

Jetzt stand er bei mir und ich dachte ich bekomme nun endlich den hilfreichen Tipp, für einen geraden Rücken. Was aber geschah verblüffte mich nun total, er sagte.. 

„versuch Deine Ferse mehr auf den Boden zu bringen, dass bringt mehr Dehnung in den Waden!“ 

Moment mal, ging es nicht um den Rücken?

Warum soll ich meine Waden dehnen? 

Die Erkenntnis kam mir, als er sich nun wieder selber in die Position begab, er konnte es selber nicht, seinen eigenen Rücken in die beschrieben Position bringen. 

Sprach dazu aber eine Korrektur an, die er nicht überprüfte bzw. umsetzen konnte. Ich denke es lag einfach daran, dass ihm A das notwendige Körpergefühl fehlte und er B die korrekte Umsetzung selber nicht wusste. 

Ich bin also mit zahllosen Fragezeichen aus diesen Kurs gegangen und stellte mir nun vor, wie muss es den anderen Teilnehmern ergangen sein. Mit meinem Nachbarn sprach ich kurz, wie weiter oben erwähnt, aber wie erging es den übrigen 19 Teilnehmern?

Was ist nun das Fazit?

Nicht immer liegt es an einem selber, wenn in einem Kurs oder Workshop verschiedene Bewegungen nicht funktionieren. 

Es liegt manchmal auch an der fehlenden Kompetenz des Trainers. 

Daher empfehle ich Dir, nicht aufzugeben sondern es ganz einfach nochmals mit einem anderen Trainer auszuprobieren. Denn die Qualität Deiner Bewegungen hängt maßgeblich an der Kompetenz für eine korrekte Methodik und Didaktik des Trainers.

3 Kommentare zu “Es liegt nicht an Dir!

  1. Hallo Matho. Danke für den Beitrag. Ich glaube es liegt manchmal daran, dass die Leute denken, eine Qualifikation auf dem Papier macht auch gleich einen guten Lehrer. Es wird studiert und praktiziert nach Lehrbuch, mit Fachbegriffen um sich geschmissen, ohne die Praxis Erfahrung. Hauptsache man hat den Schein, oder den Nachweis. Körper sind unglaublich komplex und so unterschiedlich. Da geht es nun mal manchmal nicht nach Lehrbuch. Sondern man muss den Mensch individuell anschauen. Liebe Grüße Petra

  2. Ich sehe das Problem auch ein bisschen darin, dass gerade bei solchen Sportarten wie Yoga, Aerial oder auch Pole Trainer oft selbst sehr wenig Erfahrung haben bzw sich jeder Trainer nennen darf, der ein Wochenende minar besucht hat… Die eigene Erfahrung und das eigene Wissen spielen dann oft wenig Rolle, man macht was man halt gelernt hat, auch wenn man selbst vielleicht gar nicht dazu in der Lage ist. Umgekehrt gibt’s auch tolle Akrobaten/Yogis, die zwar wahnsinnig viel selbst können aber keine Ahnung haben, wie sie das vermitteln/aufteilen sollen und dann einfach auf dieselbe Art und Weise versuchen zu lehren, wie sie trainieren was natürlich fűr Hobbysportler oder gar Anfånger ein absoluter Overkill ist….leider weiß man vorher nie, was einen erwartet aber zum glűck gibt’s ja auch ganz viele großartige Trainer und Lehrer da draußen, an die man sich halten kann danke für den Beitrag

  3. Ich mag dein Fazit, so habe ich das Thema noch nicht gesehen.
    Und für jene, die Erfahrung mit Anleiten haben: es ist nicht so leicht etwas Rüberzubringen und alle Teilnehmer abzuholen. Die Voraussetzung ist sich selber gut zu spüren und wahrzunehmen. Das ist eine richtige Kunst…die anscheinend dieser bärtig-murmelnde Yogalehrer eben nicht draufhatte….

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