Werde Dir gerecht!

Was strebst Du für Dich in der Luftakrobatik an, Perfektion oder Vollkommenheit? Es wäre aus meiner Sicht als Bühnenakrobat viel zu einfach, wenn ich meine Vorstellung von Bewegungsqualität meinem Körper aufzwingen würde! 

Denn nichts anders macht der Perfektionist, er zwängt sich selber in eine „Schablone“ oder Formvorstellung, ohne dabei die jeweiligen Möglichkeiten und Grenzen an sich selber zu erkennen oder gar zu beachten. 

Wenn ggf. die ganz persönliche Anatomie nicht in die jeweilige Figur oder Bewegung passen sollte, dann kann es durchaus passieren das der Perfektionist beginnt sich selber unter Druck zu setzen. Dieser Druck kann ggf. auch von außen kommen, bspw. wenn man in einer Gemeinschaft trainiert, der eine spornt den anderen an ohne zu wissen ob die gegebene Bewegung zu einem selber passt. 

Natürlich kann man jetzt sagen; unter Druck entstehen die besten Diamanten.

ABER was würde derjenige tun, der die Vollkommenheit anstrebt?

Auch der Vollkommene hat eine ganz konkrete Formvorstellung seiner Bewegungen & Figuren doch er sieht noch etwas anderes. Er achtet auf seinen Körper, er sieht sehr genau wo Defizite und Stärken liegen, er differenziert und lässt sich nicht unter Druck setzen, weder von innen noch von außen. Des weiteren liegt sein Anspruch nicht in der Höchstleistung an sich, sondern in der Emotion die ein Betrachter empfindet wenn man seine kunstvolle Darbietung betrachtet. 

Dabei schafft er eine ganz eigene Bewegungsqualität, nämlich eine die an seinem Körper angepasst ist, so entwickelt sich eine Authentizität die dem Betrachter verzaubert. 

Während dem Perfektionisten die Erfüllung seiner Formvorstellung komplett ausreicht, geht es dem Vollkommenem darum seinem Körper gerecht zu werden im Einklang mit dem erzeugen von Emotionen in einer gefühlvollen Darbietung.

1 Kommentar zu “Werde Dir gerecht!

  1. Diese Worte haben mir sehr geholfen!

    Vor allem, wie du reagiert hast, als ich dir die Frage gestellt hatte bezüglich woran ich gerade arbeiten möchte… es hat mich wirklich aufgebaut, dass du zwar zuerst einen echt nützlichen Tipp dazu gegeben hast & im aber Anschluss darauf dann mit deiner Erklärung zum Thema sich selbst gerecht werden und Vollkommenheit/Authentizität im Gegensatz zu Perfektionismu mein irrelevantes Bestreben derartig entkräftet hast – dass es mir wieder Mut gemacht hat, mit meiner momentanen körperlichen Verfassung so zu arbeiten, wie sie eben ist und mich auch genau so anzunehmen und dadurch wieder die Perspektive zu wechseln, wie ich für mich persönlich an die Sache mit dem Progress und dem Ausdruck heran gehen möchte.

    Danke.
    Für das, was du in mir in der kurzen Zeit ausgelöst und bewirkt hast.
    Sowas ist sehr selten und bedeutet mir echt viel!

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